Rotwein als Symbol für Genuss und Gesundheit
Dem Rotwein wird seit der Antike eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben, für die Christen symbolisiert er den Leib Christi, in der Modernen steht er für Genuss.
Rotwein wird heute gemeinhin als Genussmittel wahrgenommen. Erste Hinweise auf die Erzeugung des rötlichen Rebengetränks ist die ca. 8.000 Jahre alte Pressanlage, die in der Nähe von Damaskus gefunden wurden. Aus der Antike ist überliefert, dass bereits Hippokrates dem Getränk heilende Wirkungen zusprach. Später symbolisierte der Wein beim heiligen Abendmahl das Blut Christi und wird auch heute noch in der christlichen Symbolik eingesetzt.
Der Beerensaft ist farblos, die Farbe erhält der Wein aus der Beerenschale als Bestandteil der Maische, die die Farbpigmente enthält. Deshalb ist ein reifes und gesundes Lesegut, also die Traubenernte, von großer Bedeutung. Neben den Pigmenten enthält die Schale Tannine und Aromastoffe. Manche Rebsorten, zum Beispiel Dunkel- und Dornfelder enthalten die Farbstoffe von Beginn an in ihrem Saft und werden aus diesem Grund nicht selten zum Verschneiden des Rotweins, dem Cuvée genommen.
Ob ein Rotwein eher fruchtig und ohne großes Potenzial zur Lagerung reift, oder zu einem großen Lagerwein ausgebaut werden kann, hängt wesentlich von der Dauer der Maischegärung ab. Eine kurze Dauer fördert eher einen fruchtigen Wein, der schnell genossen werden sollte, während mit zunehmender Dauer die Phenole und Tanninen entsprechend stärker herausgelöst werden. Tannin ist dann auch der Stoff, der den roten Wein bitter machen kann. Neben der enthaltenen Säure wirkt Tannin allerdings auch konservierend und deshalb kommt es wie so oft auf das richtige Verhältnis an. Auch hier hat sich die Kunst des Keltermeisters zu bewähren.
Aber nicht nur Färbertrauben oder die Schale haben Auswirkungen auf die Farbe des Rotweines, so ist auch die Lagerungsart, die Rebsorte, die Herkunft oder der Jahrgang von Bedeutung. Die Farbbeschreibungen für Rotweine sind zahlreich und Weinkenner beschreiben diese ebenso nuancenreich wie die Aromen, das heißt die Sensorik des Weines. Ungeachtet dessen ob ein Cabernet Sauvignon wohl nach Paprika schmeckt oder das Bouquet Zeder verspricht, wird der moderate Genuss von Rotwein, heute wie damals gern mit einer gesundheitsfördernden Wirkung verbunden.